Samstag, 29. Juli 2006
Eine utopische Erzählung
Mein Name ist Peno Nimd. Offiziell befinde ich mich in Deutschland, um den Beitritt zweier Ost-Europäischen Länder zur EU vorzubereiten. Inoffiziell bin ich Mitarbeiter des Geheimdienstes meines Landes. Heute bin ich aus der Hauptstadt zurückgeflogen. Ich hatte eine Unterredung mit meinem Abteilungsleiter, danach mit dem Bereichsleiter. Irgendwie haben sie erfahren, dass ich diese Informationen hier veröffentlichen will. Ihr könnt euch vorstellen, was das für so eine Organisation wie mein Arbeitgeber ist bedeutet. Sie können mich aber nicht mundtot machen. Ziehen Sie mich aus dem operativen Geschäft zurück, gehe sie das Risiko ein, überhaupt keine Kontrolle mehr darüber zu haben, was ich Informationen bekomme. Ich habe zu viele Freunde und Bekannte. Ich erfahre fast alles was ich erfahren will. Also haben meine Chefs unfreiwillig zugestimmt. Besser etwas Kontrolle, als überhaupt keine! Sie können eh nichts machen. Informationen zu sammeln ist mein Job. So sieht es aus. Wir sprengen keine Atomwerke in die Luft, wir sabotieren keine Großmächte. Wir sammeln nur Informationen. Und werten Sie aus.
Mehr nicht.

Bericht 29.07.2006 - 0208
Mein Abteilungsleiter hat mich heute kontaktiert. Das läuft bei uns so: wir alle haben bei einer Kontaktbörse accounts. Dabei sind wir alle "Männer", auch die weiblichen Mitarbeiterinnen. Ab und zu bekommen wir Mitteilungen. Pro Nachricht sind 5 Begriffe festgelegt, die vorkommen müssen. Die Begriffe gelten 2,5 Monate lang, danach werden neue vereinbart. Zusätzlich existieren zwei Begriffe, die nie vorkommen dürfen. Dann wissen wir schon, da handelt es sich um eine echte Frau. Die weitere Vorgehensweise werde ich ein anderes Mal erläutern, sonst wird es langweilig. Der Abteilungsleiter, sein Name ist Mario, war besorgt. Es ging um die Situation im Nahe Osten. Er fragte mich, welche wirtschaftliche Auswirkungen das Ganze haben könnte. Da wusste ich sofort, er will nur mal wieder angeben. Er hat nämlich Ökonomie studiert, kennt sich aus, hat Beziehungen überall. Diese ist seine Art Neuigkeiten mitzuteilen. Ich sagte ihm, ich hätte keine Ahnung. Meine BWL Kenntnisse sind nicht ausreichend, um die globale Maschinerie der Wirtschaft verstehen zu können. Da fing er an: ein paar Länder werden an diesem Krieg viel Geld verdienen. Ich fragte, ob man da schon von einem Krieg sprechen könnte. Er bejahte, sagte, wenn der eine Kombatant nur Heugabel hat, und der andere Atomwaffen, so handle sich dabei trotzdem um einen Krieg, und nicht um einen Bauernaufstand. Er erzählte weiter, neu wäre dies alles freilich nicht, neu ist nur wer unter anderem jetzt zu den Geldverdiener gehört. Ich verstand es. Schon komisch, da bekriegen sich zwei Jahrzente lang, stellen die Menschheit mehrmals kurz vor einer nuklearen Katastrophe, und wenn es nur noch ums Geld geht, benehmen sich wie Brüder. Gemeint sind natürlich die zwei größten. Er fragte mich was es Neues gäbe in Detuschland. Ich sagte ihm: "Unruhe". Hohe Preise, hohe Temperaturen, Unzufriedenheit auf der Strasse, in Krankenhäuser. Nicht mal ein Bier kann man noch ruhig trinken. "Worüber unterhalten sich die Leute", fragte er mich. Was soll ich ihm sagen? Ich war den ganzen Tag beim Baden gewesen. Mit einer Frau, die überhaupt nicht zu mir passte. Groß, schlank, gutaussehend. Ich wollte das Wetter noch mal genießen, denn vor uns steht die nächsten Tagen viel Arbeit, und das Wetter soll auch schlechter werden. "Über diese Dopping-Affäre. Und Formel 1. Ist ja wieder in Deutschland", sagte ich ihm. "Die Leute meckern viel, unterhalten tun sich aber über Allgemeines. Kann ich auch gut verstehen". "Gut", sagt er, "halt die Ohren auf, und schreib nicht zu viel".
Jetzt sitze ich da und schreibe meinen ersten Bericht, der nicht in den Archiven eines Staatsorgans landen wird, sondern an die Öffentlichkeit addressiert ist. Es ist sehr viel zu sagen, aber lassen wir uns Zeit. Gute Nacht, Johnny-Boy!

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Vielleicht sollte es VWL heißen... passt, meiner Meinung nach, besser.

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Laange unterwegs
bezüglich VWL - passt besser, habe aber nie studiert, daher habe ich bwl erwähnt, da ich dies mal belegt hatte!

Ihr werdet euch bestimmt fragen, warum ich mich jetzt erst wieder melde! Nun, ungefähr zwei Stunden nach dem ich den ersten Bericht geschrieben habe, mitten in der tiefsten Schlafphase, wurde ich angerufen. Man werde in der Früh da sein, um mich abzuholen. Ich soll nicht viel mitnehmen, denn es geht erst mal nach Hause(Vaterland). Na dann! Ich fragte ob was passiert sei, nein es wäre alles in Ordnung, ich müsste am nächsten Tag bei einem Gespräch dabei sein, man wolle dass ich pünktlich da sein werde, bla bla bla. Kurzum: am Nachmittag habe ich tatsächlich einer Konferenz beigewohnt, das Ergebnis was, ich muss nach Zypern. Wie die meisten sich erinnern werden, war der Israel-Libanon Konflikt gerade am laufen. Ich sollte Informationen auf beiden Steien sammeln, die Stimmung etwas sondieren.
Nichts einfacher als das, es ist ja wie beim Fussball:"Und, was glauben Sie wer gewinnt!" "Ähh, bestimmt der Gastgeber, die Mannschaften sind ja fast gleichwertig und dann kommt der Heimvorteil dazu" "Und die Taktik?" "Ähh, ich denke wie immer, einfach vorlaufen und Tore schießen!" </ironie = true>
Ich habe natürlich erst mal eine Analyse der Situation erstellt. Und zwar auf einem Bierdeckel, in einem öffentlichem Biergarten, mitten in unserer wunderschönen Hauptstadt!. Ein paar Telefonate später, wusste ich nur, dass ich nichts wusste! Alle bekannten "Kollegen" in der Region waren entweder abgereist oder durften oder konnten nichts sagen. Und ich wollte nicht unvorbereitet hin. Zypern ist 150 - 250 KM Luftlinie von Libanon entfernt. Man hört zwar die Bomben nicht, die waren sowieso viel weiter südlich, wir hatten auch keine Meldung vorliegen, dass es gefählich wäre, nach Zypern zu gehen. Aber da unten kann schnell was passieren, also musste ich vorsichtig sein. Da die Aktion immer noch am laufen ist (mein Vorgesetzter hat den Fall übernommen, wahrscheinlich geht es um viel Geld, was auf die Strecke bleibt), kann ich nicht viel darüber berichten. Nur soviel - wir hatten drei Informationsschwerpunkte:
1. Was genau ist da los (die Wahrheit stimmt nicht immer mit den Medienberichte überein, daher sollten wir uns unsere eigene Meinung bilden!
2. Wie geht es unserer Firmen vor Ort (damit sind wirklich tatsächlich vorhandene Betriebe gemeint, die Gewinnerzielung beabsichtigen). Sind alle Mitarbeiter noch da, keine Zerstörungen, keine Probleme?
3. Eine umfassende Analyse der Arbeit unserer "Kollegen", um bestimmen zu können, was haben die anderen vor, in welche Richtung wollen wir hin?

Wie gesagt, bezüglich der Arbeit kann ich momentan nicht viel erzählen, allerdings ein paar Erzählungen werde ich euch schuldig bleiben.

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