Sonntag, 17. September 2006
Der Papst und die Olmeken
Die haben zwar nichts miteinander zu tun, aber die zwei Sachen wollte noch kurz erwähnen. Ich bin zwar kein Katholik, aber "rein zufällig", habe ich mich gleichzeitig mit dem Papst in Regensburg befunden! Nun, ausgerechnet an dem Tag, als er seine inwischen berühmte Rede von Regensburg gehalten hatte, ruft mich frühmorgens ein alter Bekannter aus Mexiko an. Er war und ist immer noch für die Sicherheit eines bestimmten archäologischen Fundes, der jetzt durch einen Bericht in "Science" die allgemeine Interesse zu wecken scheint. Da der Fund kurz nach der Entdeckung in meinem Land unterwegs war, hatten wir damals die angenehme Gelegenheit, offen und ehrlich miteinander zu reden. Leute aus meinem Tätigkeitsfeld unterhalten sich erstaunlich oft mit den "Kollegen" sogar oder besonders mit solche, die eigentlich unsere Feinde sind! Nur sind diese Gespräche alles andere Als offen und ehrlich.
Da wir relativ viel zu erzählen hatte, ist natürlich mein aufgestellter Tagesplan durcheinander gekommen. So konnte ich natürlich nicht live dabei sei, als der Papst seine möglicherweise leicht missverständliche - da schwer verständliche Texte zum Besten gab. Ehrlich gesagt, was ich gar nicht, ob es so nicht besser ist! Gute Nacht!

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Samstag, 29. Juli 2006
Eine utopische Erzählung
Mein Name ist Peno Nimd. Offiziell befinde ich mich in Deutschland, um den Beitritt zweier Ost-Europäischen Länder zur EU vorzubereiten. Inoffiziell bin ich Mitarbeiter des Geheimdienstes meines Landes. Heute bin ich aus der Hauptstadt zurückgeflogen. Ich hatte eine Unterredung mit meinem Abteilungsleiter, danach mit dem Bereichsleiter. Irgendwie haben sie erfahren, dass ich diese Informationen hier veröffentlichen will. Ihr könnt euch vorstellen, was das für so eine Organisation wie mein Arbeitgeber ist bedeutet. Sie können mich aber nicht mundtot machen. Ziehen Sie mich aus dem operativen Geschäft zurück, gehe sie das Risiko ein, überhaupt keine Kontrolle mehr darüber zu haben, was ich Informationen bekomme. Ich habe zu viele Freunde und Bekannte. Ich erfahre fast alles was ich erfahren will. Also haben meine Chefs unfreiwillig zugestimmt. Besser etwas Kontrolle, als überhaupt keine! Sie können eh nichts machen. Informationen zu sammeln ist mein Job. So sieht es aus. Wir sprengen keine Atomwerke in die Luft, wir sabotieren keine Großmächte. Wir sammeln nur Informationen. Und werten Sie aus.
Mehr nicht.

Bericht 29.07.2006 - 0208
Mein Abteilungsleiter hat mich heute kontaktiert. Das läuft bei uns so: wir alle haben bei einer Kontaktbörse accounts. Dabei sind wir alle "Männer", auch die weiblichen Mitarbeiterinnen. Ab und zu bekommen wir Mitteilungen. Pro Nachricht sind 5 Begriffe festgelegt, die vorkommen müssen. Die Begriffe gelten 2,5 Monate lang, danach werden neue vereinbart. Zusätzlich existieren zwei Begriffe, die nie vorkommen dürfen. Dann wissen wir schon, da handelt es sich um eine echte Frau. Die weitere Vorgehensweise werde ich ein anderes Mal erläutern, sonst wird es langweilig. Der Abteilungsleiter, sein Name ist Mario, war besorgt. Es ging um die Situation im Nahe Osten. Er fragte mich, welche wirtschaftliche Auswirkungen das Ganze haben könnte. Da wusste ich sofort, er will nur mal wieder angeben. Er hat nämlich Ökonomie studiert, kennt sich aus, hat Beziehungen überall. Diese ist seine Art Neuigkeiten mitzuteilen. Ich sagte ihm, ich hätte keine Ahnung. Meine BWL Kenntnisse sind nicht ausreichend, um die globale Maschinerie der Wirtschaft verstehen zu können. Da fing er an: ein paar Länder werden an diesem Krieg viel Geld verdienen. Ich fragte, ob man da schon von einem Krieg sprechen könnte. Er bejahte, sagte, wenn der eine Kombatant nur Heugabel hat, und der andere Atomwaffen, so handle sich dabei trotzdem um einen Krieg, und nicht um einen Bauernaufstand. Er erzählte weiter, neu wäre dies alles freilich nicht, neu ist nur wer unter anderem jetzt zu den Geldverdiener gehört. Ich verstand es. Schon komisch, da bekriegen sich zwei Jahrzente lang, stellen die Menschheit mehrmals kurz vor einer nuklearen Katastrophe, und wenn es nur noch ums Geld geht, benehmen sich wie Brüder. Gemeint sind natürlich die zwei größten. Er fragte mich was es Neues gäbe in Detuschland. Ich sagte ihm: "Unruhe". Hohe Preise, hohe Temperaturen, Unzufriedenheit auf der Strasse, in Krankenhäuser. Nicht mal ein Bier kann man noch ruhig trinken. "Worüber unterhalten sich die Leute", fragte er mich. Was soll ich ihm sagen? Ich war den ganzen Tag beim Baden gewesen. Mit einer Frau, die überhaupt nicht zu mir passte. Groß, schlank, gutaussehend. Ich wollte das Wetter noch mal genießen, denn vor uns steht die nächsten Tagen viel Arbeit, und das Wetter soll auch schlechter werden. "Über diese Dopping-Affäre. Und Formel 1. Ist ja wieder in Deutschland", sagte ich ihm. "Die Leute meckern viel, unterhalten tun sich aber über Allgemeines. Kann ich auch gut verstehen". "Gut", sagt er, "halt die Ohren auf, und schreib nicht zu viel".
Jetzt sitze ich da und schreibe meinen ersten Bericht, der nicht in den Archiven eines Staatsorgans landen wird, sondern an die Öffentlichkeit addressiert ist. Es ist sehr viel zu sagen, aber lassen wir uns Zeit. Gute Nacht, Johnny-Boy!

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